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  • Mein erstes Zeugnis

    Detlef 9:00 pm on December 23, 2008 | 0 Permalink | Reply
    Tags: 68ger, Kinder, Kindheit, Revolution, Schulzeugnis, Zeugnis

    Heute habe ich beim Aufräumen mein erstes Schulzeugnis gefunden:

    Detlef arbeitet fleißig im Unterricht mit. Nach anfänglichen Schreibschwierigkeiten ist seine Schrift jetzt fast gut geworden. Er liest gut. Rechnen und Rechtschreibung sind befriedigend.

    Versetzt nach Klasse 2

    Darunter: Unterschrift des Klasenlehrers, des Schulleiters und “des Vaters oder dessen Stellvertreters“.  Erst ab 1969 ist diese Stelle im Zeugnisheft säuberlich durchgestrichen worden. Gestempelt steht darunter:

    Unterschrift des oder der Erziehungsberechtigten

    Bei uns zu Haus gab’s eine große Diskussion, ob das heißt, dass die Mutter auch allein unterschreiben könnte – oder ob es meint: Der Vater oder Vater und Mutter.

    Es hat tatsächlich jemand nachgefragt: Es bedeutete “Der Vater oder Vater und Mutter“. Die Unterschrift der Mutter allein genügte nicht. So weit ging die 68ger Revolution dann doch noch nicht.

    Der Text meines ersten Zeugnisses hat eigentlich zeitlose Gültigkeit behalten. So viel ändert sich eigentlich nicht im Leben.

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  • Der Leichenwagen

    Detlef 5:05 am on December 19, 2008 | 0 Permalink | Reply
    Tags: Grundschule, Kinder, Leichenwagen, Respekt, , Vater

    Vorweihnachtszeit – melancholische Zeit.  Da möchte ich noch die Geschichte mit dem Leichenwagen erzählen.

    Direkt neben unserer Grundschule war das Bestattungsinstitut. Die hatten als Leichenwagen einen gigantischen schwarzen Pontiac.

    Der schwarze Pontiac stand meistens direkt neben dem Eingang zum Schulhof. Eines Tages war er  völlig verstaubt. Da ich stolz war, gerade schreiben gelernt zu haben kritzelte ich in den Staub der riesigen Hecktür: “Sau”. Meine Schulkameraden und ich fanden das total lustig. Außerdem war ich unheimlich stolz auf meine Idee.

    Plötzlich kam wie von der Tarantel gestochen der Bestattungsunternehmer aus dem Haus geschossen, griff mich am Arm und ließ eine fürchterliche Schimpfkanonade über meinem Haupt herab. Wenn ich “Sau” auf den Leichenwagen schreiben würde, dann würde ich den Toten beleidigen, der da drin liegen könnte und als “Sau” durch die Gegend gefahren werden würde, wenn der Bestattungsunternehmer das nicht zufällig gesehen hätte. Ich musste ihm meinen Namen und meine Adresse sagen, mein Vater solle die Reinigung des Autos bezahlen, mit dem Schulrektor wolle er auch noch sprechen … etc… pp.

    Ich erschien vor Angst heulend zum Mittagessen. Was folgte war einer der definierenden Momente meines Leben: “Was ist los?” fragte mein Vater und griff, nachdem er meine Geschichte gehört hatte sofort zum Telefon und rief den Bestattungunternehmer an: Was dem denn einfiele, mich in dieser Form zu belästigen, am Arm zu packen, zu bedrohen und zu verängstigen – und überhaupt: wenn der Leichenwagen so schmutzig sei, dass ein Kind “Sau” draufschreiben könne, dann sei ja wohl was faul mit dem Leichenwagen – und nicht mit dem Kind.

    Das war der Tag, an dem mein Respekt vor meinem Vater sich drastisch erhöht hatte.

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  • Reich oder arm?

    Detlef 6:31 am on December 18, 2008 | 1 Permalink | Reply
    Tags: Arm, Kinder, Reich, , ,

    In der S-Bahn abgehört: Zwei Jungen, ungefähr 13 Jahre alt:

    Junge 1: Bist du reich oder arm?

    Junge 2: Arm. Und du?

    Junge 1: Ich bin reich.

    Junge 2: Nee – du bist auch arm.

    Junge 1: Und wieso hab ich dann einen 1500 Euro Laptop?

    Junge 2: Vielleicht krieg ich ja auch einen zu Weihnachten.

    Junge 1: Aber auch nur vielleicht.

    Am Heiligen Abend kommt die Stunde der Wahrheit. Und die Gespräche nach den Ferien kann man sich auch schon vorstellen. Und wo stehst du?

    Fest der Liebe – Weihnachtsstress.

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  • The Little Fish is Hungry

    Detlef 3:58 am on December 10, 2008 | 0 Permalink | Reply
    Tags: Bildergeschichte, english, Erziehung, Kinder, , Lernen,

    Eine Weiterentwicklung der Idee vom kleinen Fisch ist diese Bildergeschichte mit einem Lied zum Englisch-Lernen: Was hat der kleine Fisch in seinem Magen?

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  • Geld ist eine zynische Sozialtechnik

    Detlef 2:49 am on December 7, 2008 | 0 Permalink | Reply
    Tags: , Kinder, , , Mutter, Portemonnaie, Sozialtechnik

    Was ist eigentlich Geld? Geld ist eine zynische Erfindung – oder soll man sagen: eine zynische Sozialtechnik? Geld ist moralisch zu 100% indifferent: es ist dem Geld vollkommen egal, wofür du es ausgibst. Das ist seine große Stärke – und seine Schwäche.

    Folgende Szene an der Kasse im Supermarkt:

    Laut weinendes Kind: “Ich WILL das aber haben!”
    Mutter: “Ich habe dir schon gesagt: Wir können das nicht kaufen.”
    Laut weinendes Kind: “Ich WILL das aber haben!”
    Mutter: “Schatz, ich habe nicht so viel Geld im Portemonnaie. Wenn wir das jetzt kaufen, dann ist mein Geld alle. Und wir wollen doch beim Bäcker noch was kaufen.
    Lauter weinendes Kind: “Ich WILL das aber haben!”

    Diese Szene hat mich zum Kinderlied vom Geld inspiriert:

    (A song or a video.)
    Voller Text des Liedes

    Ob es mir gelungen ist Kindern zu verdeutlichen, was Geld ist weiß ich nicht. Vielleicht ist es mir ZU gut gelungen, vielleicht wollen wir Erwachsenen diese zynische Sozialtechnik “Geld” auch nicht von Kindern angewandt sehen.

    Entrüsteter Anruf aus dem Kindergarten:

    “Sarah verlangt von den anderen Kindern Geld, wenn sie ihre Spielsachen teilen soll!”

    Sahrah, du hast das Lied verstanden. Mein Fehler, dass ich die Grenzen des Geldes nicht zeige. Aber wo genau sind diese Grenzen?

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